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Aktuelles

Freiwillige von „Turbina Pomerania“ aus der ganzen Region treffen sich zu einem Ausflug auf die Insel Vilm

Am vergangenen Freitag haben sich Freiwillige aus der ganzen Region in Greifswald getroffen, um gemeinsam zur Insel Vilm zu fahren. Dort trafen sie Wissenschaftler vom Bundesamt für Naturschutz und haben sich mit ihnen über den Meeresschutz in deutschen Gewässern ausgetauscht.

Ankunft in Lauterbach, wo wir das Boot nach Vilm nehmen mussten

Ein Spaziergang zum Hafen von Lauterbach

Auf dem Weg zum Boot nach Vilm

Der Blick vom Boot aus

Ankunft in Vilm

Rundgang durch den Naturwald von Vilm

Der Spaziergang durch den Naturwald Vilm geht weiter

Ein Moment der Ruhe und Besinnung im Wald

Der Blick vom Vilm

Präsentation des Bundesamtes für Naturschutz zum Thema Schweinswale

Vortrag des Bundesamtes für Naturschutz zum Thema Austern

Von Greifswald nach Vilm

Zuerst trafen wir uns am Hauptbahnhof in Greifswald. Danach ging es mit dem Zug in die Stadt Lauterbach auf der Ostseeinsel Rügen. Dort stiegen wir auf ein Boot um, um zur Insel Vilm zu gelangen – eine Insel, die nur wenigen zugänglich ist, da Touristen seit 1959 nicht mehr dorthin dürfen. Zu unserem Glück wurden wir von Wissenschaftlern der Internationalen Akademie für Naturschutz auf Vilm empfangen und bekamen sogar eine Führung über die Insel!

Die Insel hat eine ziemlich besondere Form und besteht aus drei Teilen: dem größeren, höher gelegenen „Großen Vilm“ im Nordosten, dem langen, schmalen „Mittleren Vilm“ und dem „Kleinen Vilm“ am Ende. Betreten darf man allerdings nur den Großen Vilm – und genau dort haben wir eine Rundwanderung einmal komplett um die Insel gemacht.

 

Ankunft auf der Insel Vilm

Als wir auf der Insel Vilm ankamen, wurden wir von Gisela begrüßt, einer Wissenschaftlerin der Internationalen Akademie für Naturschutz. Damit begann für uns sozusagen eine zweite Reise – diesmal eher eine Reise des Lernens und Innehaltens.

Während wir durch den urwaldartigen Wald von Vilm spazierten und mehr über die Tiere, Pflanzen und die Geschichte der Insel erfuhren, stellte sich nach und nach ein richtig ruhiges, entspanntes Gefühl ein. Kein Wunder also, dass sich schon viele Künstler von dieser besonderen Insel angezogen gefühlt haben.

Zum Beispiel taucht Vilm im Hintergrund des Gemäldes „Landschaft mit Regenbogen“ von Caspar David Friedrich auf, der aus der Region stammt. Auch andere Künstler ließen sich inspirieren: Carl Gustav Carus war 1819 auf Rügen und Vilm unterwegs, und in seinem Werk „Eichen am Meer“ kann man Eindrücke davon wiederfinden.

Die Insel Vilm hat aber nicht nur als Inspiration für berühmte Maler einiges zu bieten. Auch die Natur dort ist echt beeindruckend. Besonders die Wälder sind einen Blick wert: Auf der Insel stehen viele Buchen, die seit über 400 Jahren kaum vom Menschen beeinflusst wurden – deshalb gehören sie zu den wertvollsten Wäldern Norddeutschlands. Außerdem gibt es dort auch alte Eichen, die wie Überbleibsel aus einer anderen Zeit wirken.

Auf unserer Tour konnten wir nicht nur etwas über diese besonderen Bäume lernen, sondern auch direkt durch diese alten Wälder spazieren. Das hat das Ganze natürlich noch viel eindrücklicher gemacht.

Während der Führung hatten wir auch die Gelegenheit, die Außenstelle „Insel Vilm“ des Bundesamtes für Naturschutz zu besichtigen. Früher war die Insel ein Erholungsort für den Ministerrat der DDR, aber seit 1990 wird sie anders genutzt. Die einzigen Gebäude dort sind heute die Gästehäuser des Bundesamtes - dauerhaft wohnen tut auf der Insel sonst niemand.

Nachdem unsere Tour über den Großen Vilm zu Ende war, haben wir erst mal Mittagspause gemacht und sind danach in einen Seminarraum gegangen, um mehr über die Insel und die Ostsee zu erfahren. Gisela hatte dafür eine Präsentation vorbereitet.

Dabei ging es unter anderem um den Salzgehalt der Ostsee und darum, dass es dort Bereiche gibt, in denen kaum oder gar kein Sauerstoff vorhanden ist - also Orte, an denen praktisch kein Leben möglich ist. Außerdem haben wir darüber gesprochen, dass Meere und Ozeane keine natürlichen Grenzen haben. Das wird zum Problem, wenn etwas passiert - zum Beispiel bei einer Ölkatastrophe. Ohne Hindernisse kann sich das Öl einfach weiter ausbreiten und richtet überall Schaden an.

Dann kamen wir auf die vielen Probleme zu sprechen, die das Leben im Meer heute bedrohen: zum Beispiel Überfischung, Abfälle von Frachtschiffen, Umweltverschmutzung, Lärm unter Wasser und natürlich der Klimawandel. Auch die sogenannte Eutrophierung war ein Thema - also wenn zu viele Nährstoffe ins Wasser gelangen und dadurch Organismen wachsen, die den Sauerstoff verbrauchen.

Ein spezielles Problem der Ostsee ist außerdem alte Munition, die noch im Meer liegt. Diese Überreste aus dem Ersten Weltkrieg sind gleich doppelt gefährlich: Zum einen rosten sie vor sich hin und verschmutzen das Wasser, zum anderen besteht immer die Gefahr, dass sie doch noch explodieren.

 

Schweinswale: kleine Wale in der Ostsee

Schweinswale gehören zu den heimischen Walarten in der Ostsee. Eigentlich sehen sie eher aus wie Delfine, vor allem wegen ihrer kleinen Größe. Man findet sie in allen drei Schutzgebieten der Ostsee: im Fehmarnbelt, im Kadetkanal und in der Pommerschen Bucht, Rönnebank.

Ein Problem, das wir schon angesprochen haben, ist Lärm im Meer - und genau der macht auch den Schweinswalen zu schaffen. Sie sind ziemlich empfindlich und orientieren sich hauptsächlich über Echoortung. Dafür erzeugen sie Ultraschallklicks, mit denen sie sich zurechtfinden und miteinander kommunizieren.

Wenn es im Wasser aber zu laut wird, zum Beispiel durch Schiffsmotoren oder Explosionen von alter Munition, stört das nicht nur ihre Kommunikation, sondern kann im schlimmsten Fall sogar tödlich sein. Besonders kritisch ist die Situation in der zentralen Ostsee: Dort gibt es nur noch etwa 500 Tiere - und die Art ist damit stark vom Aussterben bedroht.

 

Die Rückkehr der Europäischen Flachauster: ein positives Beispiel

Auch wenn Themen wie Umweltverschmutzung spannend sind, können sie auf Dauer ganz schön runterziehen. Deshalb hat unser Vortrag von der FAN irgendwann einen etwas positiveren Dreh bekommen – es ging darum, wie man auch aktiv etwas Gutes für die Umwelt tun kann. Heike hat uns dann mehr über Meeresschutz in der deutschen Nordsee erzählt und darüber, wie die Europäische Flachauster wieder angesiedelt wird.

Früher war diese Austernart in europäischen Meeren weit verbreitet, ist dann aber fast verschwunden. Dabei ist sie unglaublich wichtig für das Ökosystem. Flachaustern filtern nämlich ständig Wasser durch ihre Kiemen – und reinigen es dabei quasi nebenbei. Eine einzige Auster kann bis zu 240 Liter Wasser am Tag filtern.

Außerdem bilden sie Riffe, die wie kleine Lebensräume funktionieren: Viele andere Arten siedeln sich dort an oder halten sich in der Nähe auf. Dadurch tragen die Austern stark zur Artenvielfalt im Meer bei.

Irgendwann war Überfischung eine große Bedrohung für die Austern, sodass sie sogar auf der Roten Liste in Deutschland gelandet sind. Schon bald wurde ihre Wiederansiedlung zu einem der Ziele von Meeresschutz-Organisationen, unter anderem auch vom Bundesamt für Naturschutz (BfN).

Eine der Maßnahmen, um die Europäische Flachauster erfolgreich wieder anzusiedeln, war die Installation eines Pilot-Riffs im Naturschutzgebiet Borkum-Riffgrund. Die Austern werden zuerst in einer Zuchtanlage auf Helgoland aufgezogen und, sobald sie die richtige Größe erreicht haben, ins Meer ausgesetzt, wo sie dann Riffe bilden.

Die ersten positiven Ergebnisse sind bereits sichtbar, und die Zukunft für die Austern sieht vielversprechend aus!

Für mehr Informationen zum Wiederansiedlungsprozess kannst du hier und hier klicken.

 

Eine Gelegenheit für Gemeinschaft und Austausch

Der Ausflug nach Vilm war eine super Gelegenheit, sich mit der Natur zu beschäftigen, mehr über das Meer direkt vor unserer Haustür zu erfahren und auch miteinander in Kontakt zu kommen. Freiwillige aus der ganzen Region konnten sich treffen, sich kennenlernen und einfach mal Zeit miteinander verbringen.

Es war eine willkommene Abwechslung und auch ein guter „Anlass“, um zusammenzukommen, Erfahrungen und Gedanken auszutauschen, sowohl während unserer Wanderung durch den Wald als auch in der Mittagspause. Dabei ging es nicht nur um den Moment vor Ort, sondern auch um Gedanken und Sorgen über die Zukunft der Meere und der Natur allgemein.