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Freiwilligendienst bei "Frivilligsentralen" in Dale, Norwegen

"Frivilligsentralen" ist eine Freiwilligendienstinitiative in der Gemeinde Fjaler (Fjaler kommune) an der Westküste Norwegens. Die Aufgabe von Frivilligsentralen ist es, die freiwilligen Aktivitäten der Gemeinde zu koordinieren. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen, staatlichen Institutionen, Schulen, dem United World College Red Cross Nordic und dem Nordic Artists Centre Dale.

Frivilligsentralen ist das Bindeglied zwischen denen, die verschiedene freiwillige Hilfe leisten oder sie erhalten wollen. Es werden Treffpunkten, Aktivitäten und Initiativen für Freiwilligendienst geschaffen, wie z. B. das BUA Fjaler (kostenloser Verleih von Outdoor-Ausrüstung) und Freizeitaktivitäten in Samvirket (internationales Café, Aktivitäten für geistig Behinderte, geflüchtete Kinder und Jugendliche, präventive Projekte, praktische Hilfe und Informationsarbeit für den Bezirk).

Mögliche Aufgaben als Freiwillige/r sind:

  • Mitarbeit im Büro von Frivilligsentralen
  • Projekte und Aktivitäten für Jugendliche im Treffpunkt "Samvirket"
  • Mitarbeit im Kindergarten "Yksnebjør barnehage"
  • Mitarbeit in der Grundschule (z.B. Sprachpartnerschaften auf Englisch oder Deutsch, Hausaufgabenhilfe, Outdoor-Aktivitäten mit den Kindern)
  • Assistenz in der öffentlichen Bibliothek "Fjaler folkebibliotek"
  • Mitarbeit im "Fjaler Kino"
  • Freizeitaktivitäten mit geistig behinderten Menschen
  • Mithilfe bei Aktivitäten, die von Freiwilligenorganisationen durchgeführt werden, z.B. Volkstanz für Kinder, Theater für Jugendliche, Sport, Wandern und Veranstaltungen in Sport und Kultur
  • Mitarbeit im Jakob-Sande-Verein: Jakob Sande (1906-67) war ein Dichter, der in Dale geboren und aufgewachsen ist und in Norwegen sehr bekannt ist
  • Aktivitäten für und mit Geflüchteten (z.B. Internationales Café, Essenstisch, Norwegischtraining, Sport)
  • Hilfe im Alltag (z.B. Essen ausfahren)
  • Teilnahme und Mithilfe beim Theaterfestival "Fjaler In Fjaler", das jährlich im September stattfindet
  • und vieles mehr
  • hier findest Du eine Liste aller möglichen Aktivitäten (auf englisch)

Weitere Informationen sind im Infopack der Einsatzstelle zu finden. Auf einen Blick:

  • Beginn: so schnell wie möglich, nach Absprache mit der Koordinatorin Margrete Reisæter (frivilligsentralen[at]fjaler.kommune[dot]no)
  • Dauer: bis zu 12 Monate
  • kostenlose Unterkunft in einer WG
  • monatliches Taschen- und Verpflegungsgeld
  • Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung durch das Europäische Solidaritätskorps
  • 275€ für Reisekosten

Bewerbungen auf Englisch mit Motivationsschreiben (ca. 1 Seite), Lebenslauf und ausgefülltem Fragebogen an: application[ät]turbina-pomerania.org und frivilligsentralen[at]fjaler.kommune[dot]no

 

Als Freiwillige/r wirst Du in dem ländlichen Dorf Dale (Gemeindezentrum) wohnen. Die Gemeinde Fjaler hat ca. 2800 Einwohner*innen. Es gibt verschiedene Geschäfte, Post, Tankstelle, Übernachtungsmöglichkeiten, Cafés, Kino, Bibliothek, Jugendhaus, Sporthalle, Kirche, Sheriff, Arzt und Zahnarzt.

In Dale gibt es 2 Kindergärten, eine neue Grund- und Mittelschule und eine Sekundarschule mit einem örtlichen Jugendrat. Fjaler hat ein reiches kulturelles Leben und in Dale finden viele verschiedene Sport- und Kulturveranstaltungen statt (Tanz-, Theater- und Choraktivitäten). Vom Meer aus kann man schöne Wanderungen auf die Berge machen und hat einen tollen Blick über den Ort und hinaus aufs Meer. Das Nordische Künstlerzentrum Dale liegt mit einem tollen Blick über Dale und enthält Werkstätten, Ateliers und Unterkünfte für 5 Künstler*innen. In Flekke, 11 km entfernt, liegt das United World College Red Cross Nordic mit 200 Studierenden aus über 90 verschiedenen Ländern und das Red Cross Haugland Rehabilitationszentrum mit Hallenbad. Die nächste Stadt ist Førde, 45 km, der nächste nationale Flughafen, 30 km, die nächste Stadt ist Bergen mit internationalem Flughafen, 150 km.

Erfahrungsbericht von Lars (Freiwilliger 2020/21)

Lars (19 Jahre) war von September 2020 bis August 2021 der erste Freiwillige in Dale.

Frisch mit dem „Corona-Abitur“ und einem bereits sicheren Ausbildungsangebot in der Tasche, habe ich mich letztendlich doch für ein komplettes Jahr als Freiwilliger in Dale i Sunnfjord entschieden. Heute kann ich definitiv sagen, dass dieser Schritt die bisher beste Entscheidung meines Lebens war. Doch fangen wir mal ganz von vorne an: Es ist schon verrückt, nach gut 18 Jahren Großstadt von heute auf morgen in einer „Stadt“ von gerade mal etwas mehr als eintausend Einwohnern zu leben. Doch auch wenn der Ort anfangs ziemlich klein erscheint, so vielseitiger, interessanter und letztlich größer ist er für mich im Verlauf meines Jahres geworden. Ich habe an so vielen unterschiedlichen Plätzen wie Freiwilligenbüro, Schule, Krankenhaus, Sportverein, Kulturhaus, Freizeitcamp, Theater, Badestrand etc. gearbeitet und zahlreiche Menschen verschiedenster Natur kennenlernen dürfen. Besonders bei Leuten in meinem Alter sind in der Zeit hier wahre Freundschaften fürs Leben entstanden. Anders als in den Jahren davor, habe ich dieses Jahr anstelle mit vier anderen Freiwilligen nur mit einem weiteren Mitbewohner gelebt, der zufälligerweise auch aus Deutschland kommt. In meinen Augen ist die Wohnsituation echt super. Wir haben in einem geräumigen Haus nur für uns gewohnt, mit ausreichend Schlafmöglichkeiten auch für Gäste und mit allem, was man benötigt. Vermisst, habe ich eigentlich nichts. Das Jahr an sich hat so viel mit mir gemacht, wobei ich gerne in zwei Bereichen unterscheide: einerseits die Arbeit als Freiwilliger selbst, aber andererseits auch ausreichend Freizeit, Wochenenden und Ferien, wobei einem die wunderschöne Natur Norwegens direkt zu Füßen liegt, sowie zahlreiche unvergessliche Momente mit Menschen, die mir richtig ans Herz gewachsen sind. Ich bin einfach nur unendlich dankbar, eine solche Chance in meinem Leben bekommen zu haben und ich habe die Zeit hier sehr, sehr genossen. Sicherlich auch, weil Corona hier das gesamte Jahr kaum zu Beschränkungen und insbesondere zu keiner Maskenpflicht geführt hat. Und klar durchläuft man in einem solchen Jahr weit weg von Familie, Freunden und dem Heimatland selbst zahlreiche Höhen und Tiefen und es gibt auch Arbeit, die man gerne und lieber macht, und Aufgaben, denen man am liebsten nicht nachgehen möchte. Doch gerade dadurch bin ich einfach extrem gereift, gewachsen und ich habe sehr wertvolle Erfahrungen für mich als Person und mein Leben sammeln und unvergessliche Erlebnisse machen können. Ich würde wirklich jedem ans Herz legen, sich auf ein solches Abenteuer einzulassen und gerade noch in jungen Jahren das Leben zu leben und sich der Welt offen gegenüberzustellen. Auf Norwegisch sagt man: „Ha det bra!“, und in diesem Sinne möchte ich mich einfach nochmal für eine unbeschreibliche, unvergessliche und wirklich prägende Zeit in Norwegen bedanken.